
Ein Wohnungswechsel oder der Zuzug in die Schweiz ist ein guter Zeitpunkt, deine Versicherungen zu überprüfen. Ein Teil des Schutzes ist obligatorisch, Grundversicherung LAMal, ein anderer wird oft vom Vermieter verlangt, Haftpflicht oder Hausrat, und viele Prämien hängen vom Kanton, der Wohnform und dem Erwerbsstatus ab. Dieser Leitfaden beschreibt klare, praktische Schritte, Fristen und Optionen für Krankenversicherung, Haushalt, Haftpflicht, Gebäude und grenzüberschreitende Situationen, damit du Lücken und unerwartete Kosten vermeidest.
Hinweis: Prüfe stets versichererspezifische Limiten, Fristen und Produktnamen direkt beim Versicherer oder bei einem regulierten Broker.
Die obligatorische Krankenversicherung, LAMal/KVG, ist für alle gesetzlich in der Schweiz wohnhaften Personen Pflicht.
Du musst die Grundversicherung innerhalb von drei Monaten nach Aufnahme des Wohnsitzes oder nach der Geburt abschliessen; wenn du das nicht tust, kann der Kanton dich anmelden und Rückstände sowie Verzugszinsen geltend machen.
Die Prämien variieren je nach Kanton und Altersgruppe, Franchise und Modellwahl beeinflussen die monatlichen Kosten. Haftpflicht und Hausrat sind freiwillig, werden aber oft vom Vermieter verlangt und sind sehr empfehlenswert.
Hauseigentümer sollten eine Gebäudeversicherung abschliessen — Hypothekargeber verlangen das häufig. Grenzgänger und Personen, die ins Ausland ziehen, unterliegen speziellen Koordinationsregeln, handle vor einem Wechsel von Arbeit oder Wohnsitz.
Die Einhaltung von Melde- und Versichererfristen verhindert administrative und finanzielle Probleme.
Wenn du in der Schweiz Wohnsitz nimmst, musst du die Grundversicherung LAMal/KVG innerhalb von drei Monaten nach der Anmeldung deiner Adresse bei der Gemeinde oder der Einwohnerkontrolle abschliessen. Die Grundversicherung deckt das gesetzliche Leistungspaket, also ambulante Behandlungen, ärztlich verordnete Medikamente, Spitalaufenthalt in der allgemeinen Abteilung, Mutterschaft sowie gewisse Präventions- und Rettungs- und Transportkostenbeiträge. Die Leistungen sind gesetzlich definiert und bei allen Versicherern gleich, Unterschiede gibt es bei Prämien, Modellen und Serviceeigenschaften.
Erwachsene können unter gesetzlichen Franchiseoptionen ab CHF 300 wählen. Übliche Erwachsenenfranchisen vieler Versicherer umfassen CHF 300, CHF 500, CHF 1'000, CHF 1'500, CHF 2'000 und CHF 2'500 — die konkret verfügbaren Optionen solltest du beim Versicherer bestätigen. Nach Erreichen der Franchise zahlst du in der Regel 10 % Selbstbehalt bis zu einer jährlichen Höchstgrenze, bei Erwachsenen liegt die gesetzliche Maximalgrenze üblicherweise bei CHF 700. Vorschlag: Prüfe die genauen Franchiseoptionen und die Mitversicherungsgrenzen beim gewählten Versicherer, da Produktbezeichnungen variieren können.
Neu in der Schweiz: Melde dich umgehend bei der Gemeinde und wähle innerhalb von drei Monaten einen Versicherer und ein Modell.
Bei einem Umzug innerhalb der Schweiz: Informiere deinen Versicherer über deine neue Adresse und den Kanton, denn Prämien und kantonale Zuständigkeit können wechseln.
Prüfe, ob dein Arbeitgeber eine Nichtberufsunfallversicherung anbietet — falls ja, kannst du den Unfallschutz aus der Grundversicherung ausschliessen, das gilt typischerweise für Arbeitnehmer, die mindestens acht Stunden pro Woche beim selben Arbeitgeber arbeiten, und kann die Prämie reduzieren.
Beim Wechsel des Versicherers oder Modells beachte gesetzliche Kündigungsfristen und die Fristen des Versicherers, viele Modell- und Franchisewechsel treten per 1. Januar oder im nächsten Kalenderjahr in Kraft, aber Ausnahmen gibt es.
Beantrage allfällige kantonale Prämienverbilligungen, wenn du berechtigt bist, und bewahre Nachweise aller Anmeldungen und deine Korrespondenz mit dem Versicherer auf.
Standardmodell mit freier Arztwahl, HMO, Hausarzt- und Telemedizin- oder Gatekeepermodelle sind üblich. Alternative Modelle reduzieren typischerweise die Prämien, verlangen jedoch eine definierte Erstkontaktstelle, etwa Hausarzt, HMO-Praxis oder Telemedizin, und schränken die direkte Facharztwahl ein. Eine höhere Franchise reduziert die monatlichen Prämien, erhöht jedoch die Eigenkosten bei Leistungsbezug: Höhere Franchisen eignen sich für grundsätzlich gesunde Personen, die selten Leistungen in Anspruch nehmen.
Bestätige die genauen Fristen und die vertragliche Kündigungsfrist beim Versicherer — Franchise- und Modelländerungen folgen in der Regel den Regeln des Versicherers und der Kalenderjahreseinteilung. Wenn die Lohnabrechnung bereits Nichtberufsunfälle deckt, vergewissere dich davor, den Unfallschutz aus der Grundversicherung zu entfernen, damit keine unbeabsichtigten Lücken entstehen.
Zusatzversicherungen, etwa halbprivate oder private Spitalabteilung, Zahnmedizin, ambulante Upgrades oder internationale Policen, sind optional und werden häufig medizinisch geprüft. Falls du später garantierten Zusatzschutz brauchen könntest, zum Beispiel nach einem Auslandsaufenthalt, prüfe internationale Pläne oder Produkte, die eine Wiedereingliederung ohne neue Gesundheitsprüfung erlauben.
Die Grundversicherung bietet eingeschränkten Notfallschutz im Ausland; EU- und EFTA-Regeln und die Verfahren mit der Europäischen Krankenversicherungskarte unterscheiden sich von anderen Ländern. Für Reisen oder geplante Behandlungen im Ausland solltest du eine Reise-Krankenversicherung oder eine internationale Police mit Rückführung und elektiver Behandlung in Betracht ziehen. Vorschlag: Kläre, welche Leistungen im Ausland gedeckt sind und ob länderspezifische Formulare, zum Beispiel Formular S1, nötig sind, bevor du reist oder eine Behandlung planst.
Wenn du in einem EU- oder EFTA-Land wohnst und in der Schweiz arbeitest, besteht oft ein Wahlrecht: Du kannst dich für die Schweizer Versicherung oder die Versicherung deines Wohnsitzlandes entscheiden, die genauen Regeln hängen vom Land und deinen persönlichen Umständen ab. Entscheide und erledige die Registrierung idealerweise vor Arbeitsbeginn, um Lücken zu vermeiden. Falls du dich für das Heimatsystem entscheidest, werden du oder dein Arbeitgeber bzw. der Kanton in der Regel die notwendigen Formulare, etwa S1, und die lokale Registrierung veranlassen. Arbeitgeber, Kanton und Sozialversicherungsbehörden können zu Fristen beraten — handle frühzeitig, um eine reibungslose Koordination der Leistungen sicherzustellen.
Hauseigentümer:
Gebäudeversicherungen sind oft vorgeschrieben oder dringend empfohlen, die Deckung für Feuer, Wasser und bestimmte Naturgefahren variiert je nach Kanton. Hypothekenverträge verlangen das häufig. Aktualisiere die versicherten Summen nach Renovationen, um Unterversicherung zu vermeiden.
Mieter:
Hausrat und Privathaftpflicht sind nicht landesweit gesetzlich vorgeschrieben, werden jedoch oft vom Vermieter verlangt; die Hausratversicherung schützt gegen Diebstahl, Wasserschäden und andere Verluste. Beim Umzug dokumentiere deinen Besitz mit Fotos und Belegen und erwäge eine Transport- und Umzugsversicherung, wenn die Haftung des Umzugsunternehmens begrenzt ist.
Rentner:
Überprüfe Unfall- und Taggeldregelungen, wenn du die Erwerbstätigkeit aufgibst; wenn du ins Ausland in den Ruhestand gehen willst, prüfe, ob du in das System des Gastlandes wechseln musst oder Schweizer Regelungen behalten kannst, S1 und Koordination können zur Anwendung kommen.
Baldige Hauseigentümer:
Prüfe Gebäude- und Hausratversicherungssummen und erwäge Rechtsschutzversicherung für Renovationsstreitigkeiten.
Wenn du planst, vorübergehend oder dauerhaft ins Ausland zu ziehen, organisiere Austritts- und Eintrittsdaten sorgfältig — informiere Kanton und Versicherer und schliesse internationalen Schutz ab, falls die Schweizer Grundversicherung endet.
Vor dem Umzug:
Liste bestehende Policen, Bankdaten und Versicherungsnummern auf; fotografiere Wertsachen und bewahre Rechnungen für hochpreisige Gegenstände auf; entscheide über Zusatzversicherungen, die Gesundheitsprüfungen erfordern könnten.
Bei Ankunft und innerhalb weniger Tage:
Melde dich bei der Einwohnerkontrolle oder Gemeinde an, daraus beginnt die dreimonatige LAMal-Frist; informiere Versicherer und Arbeitgeber und prüfe die Lohnabrechnung auf Unfallschutz.
Innerhalb von drei Monaten:
Schliesse die Grundversicherung ab, wenn du neu zugezogen bist, und beantrage kantonale Prämienverbilligungen, falls du anspruchsberechtigt bist. Bewahre Nachweise der Anmeldung und die Korrespondenz mit dem Versicherer auf.
Bestätige die Transit- und Transportdeckung mit deinem Umzugsunternehmen und bewahre Wertdeklarationen; aktualisiere die Fahrzeugversicherung und die Fahrzeugzulassung, wenn du den Kanton wechselst, administrative Regeln können unterschiedlich sein; passe Hausrat-, Haftpflicht- und Gebäudeversicherungen an deine neue Adresse und das Risikoprofil an, Stadtwohnung versus Berghaus. Für vorübergehende Auslandsaufenthalte sorge für eine Reise-Krankenversicherung, die Rücktransport und Rückführung abdeckt — die Schweizer Grundversicherung ist ausserhalb von EU und EFTA oft eingeschränkt. Vorschlag: Bestätige die Haftung des Transporteurs und etwaige optionale Umzugsversicherungen schriftlich, bevor du wertvolle Gegenstände transportieren lässt.
Vergleiche Prämien verschiedener Versicherer für denselben gesetzlichen Grundschutz — Kanton und Postleitzahl beeinflussen den Preis. Ziehe in Betracht, deine Franchise zu erhöhen, wenn du gesund bist und selten Leistungen beanspruchst, ein Wechsel von CHF 300 auf CHF 1'500 kann die Prämien deutlich senken. Kombiniere Hausrat und Haftpflicht sinnvoll, achte aber auf ausreichende Versicherungssummen. Wähle alternative Modelle wie HMO, Hausarzt oder Telemedizin, wenn du einen Gatekeeper akzeptierst und tiefere Prämien möchtest. Prüfe die Berechtigung für kantonale Prämienverbilligungen und beantrage diese frühzeitig. Nutze regulierte Vergleichstools oder einen regulierten Broker für einen Apfel-zu-Apfel-Vergleich der gesetzlichen Grundleistungen.
Tag 0 – Ankunft und Meldung:
Melde dich bei der Gemeinde an.
Innerhalb von drei Monaten:
Schliesse die Grundversicherung ab, wenn du neu wohnhaft wirst; wenn du nichts unternimmst, kann der Kanton dich anmelden und Rückstände entstehen.
Beim Wechsel von Versicherer, Modell oder Franchise:
Prüfe die Kündigungsfristen des Versicherers; viele Grundversicherungs-Kündigungen erfordern eine Kündigungsfrist von drei Monaten zum Jahresende, aber Ausnahmen bestehen.
Am Umzugstag:
Dokumentiere den Zustand der Räumlichkeiten; informiere Vermieter, Umzugsunternehmen und Versicherer; aktualisiere Bank- und Versicherungsadressen.
Vorschlag: Lies die Kündigungs- und Änderungsbestimmungen in deiner Police sorgfältig und bewahre schriftliche Bestätigungen auf.
Digitale Broker und Vergleichsplattformen können Planvergleiche und Wechsel für Grund- und Zusatzversicherungen beschleunigen und helfen, die finanziellen Auswirkungen verschiedener Franchisen und Modelle zu modellieren. Verwende regulierte Schweizer Vergleichstools und Broker, die transparent arbeiten und gesetzliche Fristen anzeigen. miavita ist ein unabhängiger digitaler Versicherungsbroker, kein Versicherer, der digitale Vergleichsdienste und KI-gestützte Einblicke bietet, um Optionen zu modellieren und preisliche Vergleiche aufzuzeigen. Bestätige stets Fristen und mögliche medizinische Prüfungsanforderungen für Zusatzversicherungen direkt beim Versicherer oder über einen regulierten Broker.
Verzögere die Gemeindemeldung nicht — Fristen für die Grundversicherung sind strikt. Bewahre Nachweise der Anmeldung und die Korrespondenz mit Versicherern auf. Lege ein Inventar mit Fotos für Hausratversicherungen und Umzüge an. Überprüfe deinen Versicherungsschutz jährlich oder bei grösseren Lebensänderungen wie Jobwechsel, Kind, Pensionierung oder Immobilienkauf. Bei Unsicherheiten hole frühzeitig Rat ein — versäumte Fristen oder Unterversicherung können teuer werden.
Ein Umzug in der Schweiz erfordert zügiges administratives Handeln und durchdachte Entscheidungen zu Kranken-, Hausrat- und Haftpflichtversicherungen. Verstehe die Dreimonatsregel für LAMal, wie Franchise- und Modelloptionen die Prämien beeinflussen, sowie spezifische Anforderungen für Eigentümer und Grenzgänger. Nutze Vergleichstools, dokumentiere Hab und Gut beim Umzug und beantrage kantonale Prämienverbilligungen, wenn du anspruchsberechtigt bist. Frühzeitige Planung hilft, Lücken, Rückstände oder Unterversicherung zu vermeiden.
Ein anonymisiertes Beispiel: Eine Berufsperson zog aus Deutschland nach Genf, meldete sich bei der Gemeinde bei Ankunft und hatte drei Monate Zeit, eine Schweizer Grundversicherung zu wählen. Sie verglich Modelle und entschied sich für ein HMO-Modell mit höherer Franchise, weil sie gesund war und tiefere Monatsprämien wollte. Vor dem Umzug dokumentierte sie Haushaltsgegenstände mit Fotos und Belegen und fragte den Umzugsdienst nach Transithaftung; für hochwertige Elektronik kaufte sie zusätzliche Transitdeckung. Als Grenzgänger wählte ein Nachbar Schweizer Versicherungsschutz und beantragte die nötigen Unterlagen beim Arbeitgeber und Kanton vor Arbeitsbeginn, um eine unterbruchfreie Koordination der Leistungen sicherzustellen. Diese anonymisierten Szenarien veranschaulichen zentrale Schritte: sofort anmelden, Modelle und Franchisen vergleichen, Hausrat dokumentieren und den Arbeitgeber-Unfallschutz klären.
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